Achtung Sperrfrist

Eigenbedarf: Kündigung erst nach zehn Jahren

Wer eine vermietete Wohnung kauft, braucht unter Umständen etwas Geduld, bis er Eigenbedarf geltend machen kann. In Berlin gilt eine Sperrfrist von bis zu zehn Jahren für umgewandelten Wohnraum. Die Bedingungen für die Sperrfrist lauten wie folgt:

 

  • • das Mietverhältnis wurde vor der Aufteilung in Wohneigentum geschlossen und anschließend die Wohnung an einen Dritten veräußert wird
  • bei jeder weiteren Veräußerung beginnt die Frist nicht erneut; maßgeblich für die Berechnung der Frist ist der Zeitpunkt der ersten Veräußerung

 

Sind alle diese Voraussetzungen erfüllt, sind Kündigungen durch den Vermieter innerhalb der Sperrfrist unwirksam. Zog der Mieter in bereits bestehendes Wohneigentum ein, gelten allerdings die gesetzlichen Kündigungsfristen für den Eigenbedarf. Diese liegen bei maximal neun Monaten.

 

Was die Länge der Sperrfrist angeht, gehört Berlin international zu den Spitzenreitern. In vielen Ländern, wie etwa Australien oder den USA, müssen Vermieter nur maximal zwei Wochen warten, bis sie in ihre Immobilie einziehen können. In Berlin lag die Sperrfrist ursprünglich bei drei Jahren, 2011 wurde sie zunächst für einige Innenstadtbezirke auf sieben Jahre und 2013 auf zehn Jahre für das gesamte Stadtgebiet angehoben.

 

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