Berlin entdecken⎹ Teil 4

Die Linienstrasse

Die Linienstraße verläuft quer durch den Berliner Bezirk Mitte. Parallel zur Torstraße führt sie vom Oranienburger Tor, am Rosa-Luxemburg-Platz vorbei, bis zur Karl-Liebknecht-Straße. Der Rosa-Luxemburg-Platz lag einst inmitten des Scheunenviertels, das als eine der übelsten Gegenden Berlins galt. Zuerst Lagerplatz für Heu und Stroh wird das Viertel um 1900 zum Zentrum der Ostjuden, die vor den Progromen in der Heimat geflohen waren. Tür an Tür mit Synagogen, Talmudschulen und jüdischen Geschäften befanden sich Trödelläden, Kneipen und Puffs. Als das Arme-Leute-Viertel immer näher an das Zentrum Berlins heranwächst, wird es kurzerhand abgerissen.

 

Auf der Brachfläche entsteht die „Volksbühne“, das erste proletarische Theater überhaupt. Ende der 20er Jahre wird der Platz radikal umgestaltet – nach Entwürfen von Hans Poelzig, dem Architekten der Neuen Sachlichkeit. Er lässt Wohnbauten ohne Ecken und Kanten entstehen, aber mit Zentralheizung und Tiefgarage – Ende der 20er Jahre eine Sensation.

 

Nach dem Mauerfall zählen die schmalen Straßen des Viertels und ihre verfallenden Häuser zu den gefragtesten der Stadt. Künstler ziehen her, Clubs, Modeläden, Galerien und Cafés folgen. Wer heute die Straße entlang geht, kann Architekturstile aus mindestens vier Epochen bewundern. Neben dem Poelzig-Häusern findet man auch die klassische Berliner Gründerzeit-Architektur aus der Zeit um die Jahrhundertwende, außerdem Plattenbauten (verlinken) mit deren Hilfe zu DDR-Zeiten die Bombenlücken aus dem 2. Weltkrieg gefüllt wurden. Und natürlich Vertreter der architektonischen Moderne.

 

Drei schöne Neubauten mit Wohn- und Büroeinheiten sind auf der Brache an der Ecke zur Rückerstraße entstanden und werten die Gegend optisch auf. In der Linienstrasse 72 lässt Ralf Schmitz eine hochwertige Immobilie mit Eigentumswohnungen, ein fein abgestimmtes Gesamtbild aus Bauwerk, Umgebung und Interieur, entstehen. Bei Interesse an diesen luxuriösen Wohnungen vermitteln wir gerne.

 

Augenfälligster Vertreter der architektonischen Avantgarde aber ist das Gebäude in der Linienstraße 40, direkt am Rosa-Luxemburg-Platz. Der von Roger Bundschuh und Cosima von Bonin entworfene anthrazit-schwarze, spitz zulaufende Kubus wirkt minimalistisch-expressiv bis kompromisslos futuristisch und bietet auf sieben Ebenen neun Wohn- und Geschäftseinheiten.

 

Das Pendant, das derzeit auf der Straßenseite gegenüber entsteht, hat ebenfalls Roger Bundschuh entworfen. Der Suhrkamp-Verlag lässt hier seine neue Zentrale bauen. Dieses Gebäude arbeitet mit der Auflösung der strengen Blockrandbebauung zugunsten eines Platzes mit Grünflächen, Bäumen, Bänken und einer Terrasse.

 

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